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Die neue Lust an Schrebergärten
Wer hätte das vor einigen Jahren gedacht: Die Schrebergärten
sind zurück! Bis vor kurzem wurde dem typischen Schrebergarten
noch ein etwas altbackenes Image zugeschrieben und man dachte
eher an Vereinsregeln und Nutzerordnungen denn an unbeschwerte
Entspannung im eigenen Grün.
Heutzutage entdecken jedoch immer mehr junge Menschen die Vorzüge
eines Schrebergartens: Als stolze Besitzer von Gartenhäuschen,
Hecken, Beeten, Rasen und Co. verbringen sie ihre Freizeit vor
den Toren der Stadt, mit Sack und Pack, Kind, Hund, Freunden
oder ganz allein. Ob das nun spießig ist oder nicht: Gärtnern
in der Kolonne ist Kult!
Was sind eigentlich Schrebergärten?
"Schrebergärten sind kleine, außerhalb der
Wohngebiete gelegene Gartenparzellen, meist mit Laube, zur Selbstversorgung
mit Gemüse, Obst und Schnittblumen; häufig als Teil
eines öffentlichen Grünanlagengebietes."
( aus: Meyers Großes Taschenlexikon
)
Heute ist der Garten ein Freizeitvergnügen
in der selbst gestalteten Natur. Doch vor 150 Jahren fing alles
ganz anders an. Mangelnde Ernährung und Wohnungsnot waren
im letzten Jahrhundert die Gründe für die Anlage von
Schrebergärten. Mit der zunehmenden Industriealisierung
im 19. Jahrhundert strebte die Landbevölkerung in die Städte,
um dort als Industriearbeiter zu arbeiten. Soziale Missstände
waren die Folge.
In Leipzig gründete Dr. Ernst Hauschild einen Verein,
der den Kindern der Fabrikarbeiter Kinderspielplätze, Erziehung
und Bewegung in der Natur ermöglichen sollte. Diese Gärten
wurden nach dem Arzt Dr. med. Daniel Gottlob Moritz Schreber
genannt.
Aus dieser Tradition hat sich die Verpflichtung erhalten,
dass im Vereinsgarten auch Nützliches angepflanzt werden
muss.
Ein bestimmter Teil des Gartens ist dem Gemüseanbau vorbehalten.
Gäbe es diese Regel nicht, würden die Gärten nur
noch aus Rasen und Wochenendhäusern bestehen.
In Hessen gibt es 318 Kleingartenvereine mit 36.500 Mitgliedern. |